März 2023


Pollmann China: Das große Aufatmen nach drei Jahren Zero-Covid-Politik

Susan Yuan und David Gressl, beide bei Pollmann in China beschäftigt, erzählen im Interview, wie sie die Situation vor Ort erlebt haben, mit welchen Schwierigkeiten sie zu kämpfen hatten und wie es ihnen jetzt nach der Aufhebung der restriktiven Corona-Maßnahmen geht.

Allgemein

So unterschiedlich wie Pollmanns Standortländer Österreich, Tschechien, Mexiko und China sind, so unterschiedlich sind sie auch mit der Corona-Pandemie umgegangen. Besonders streng durchgegriffen hat China, wo drei Jahre lang eine strikte Zero-Covid-Politik verfolgt wurde. Ende des Jahres 2022 dann die Kehrtwende: Die Restriktionen wurden plötzlich aufgehoben.

Anhand zwei Mitgliedern der internationalen Pollmann Familie, möchten wir Ihnen einen Einblick in das Leben vor Ort gewähren: Zum einen haben wir die einheimische HR-Managerin Susan Yuan zum Interview gebeten. Zum anderen kommt Business Development Manager David Gressl zu Wort, der seit 2015 in China lebt, ursprünglich aber aus Horn im Österreichischen Waldviertel stammt

 

Was sagt ihr zur Aufhebung der Corona-Maßnahmen?

David: Natürlich finde ich die Lockerungen gut, aber das alles ist zu schnell passiert. Uns sind von einem auf den anderen Tag 50 Leute weggebrochen, weil sie erkrankt sind. Ganz China war aufgrund der explodierten Corona-Zahlen wie ausgestorben – Restaurants hatten geschlossen, Spitäler waren überfüllt. Die Lockerungen sind gut, sie hätten aber langsamer mit einer Zwischenstufe vonstattengehen sollen.

Susan: Aus meiner Sicht ist die Lockerung der Corona-Beschränkungen der notwendige Weg um die Pandemie zu bekämpfen. Jetzt ist das ganze Land geöffnet – das ist bequemer für das Leben der Menschen und gut für die wirtschaftliche Erholung! Alles wird besser und besser.

 

Wie sind die Menschen vor Ort über den langen Zeitraum hinweg mit der Situation umgegangen?

David: Am Anfang waren die Menschen sehr positiv gegenüber den Präventionsmaßnahmen, da sie mitbekommen hatten, dass sich das Virus relativ rasch weltweit ausgebreitet hat. Dadurch konnte man zu Beginn die Zahlen an infizierten Personen niedrig halten, was auch einen positiven Einfluss auf die Wirtschaft hatte. Leider sind 3 Jahre doch eine zu lange Zeit und daher hatte man bereits eine gewisse Unruhe bei der Bevölkerung gespürt, besonders dann mit dem Auftreten der nicht so aggressiven Omikron-Variante.

 

Susan, wie hast du als Personalverantwortliche die Stimmung unter deinen Kollegen erlebt?

Susan: Am Anfang hatten viele Mitarbeiter große Angst wegen des sich schnell ausweitenden und verschlimmernden Epidemie Status der Provinz Wuhan. Doch diese konnte durch Status-Aktualisierungen in Echtzeit, Präventionsmaßnahmen und Transparenz gemildert werden. Der Schrecken hat nach und nach nachgelassen und mittlerweile hat das Virus so gut wie keine Bedeutung mehr für die Mitarbeiter, weil es nur mehr sehr selten Fälle gibt. 

 

Business Development Manager David Gressl und HR-Managerin Susan Yuan erzählen über die Situation vor Ort.

 

Wie haben sich die vergangenen drei Jahre voller Lockdowns auf eure Berufsleben ausgewirkt?

David: Vor allem war ich viel im Homeoffice. Der gesamte Automobilmarkt hat ein Auf und Ab erlebt, dadurch war die Planung sehr schwierig. Hinzugekommen ist, dass gewisse Materialien einfach nicht lieferbar waren. Der berufliche Alltag war schwierig, aber wir sind kreativ geworden und haben immer Lösungen gefunden. Unsere Produktion war nur im April 2022 still, sonst ist sie immer weitergelaufen.

Susan: In vielen Unternehmen herrschte Chaos. Ich war zutiefst davon überzeugt, dass eine gute Führung und eine Entscheidungskompetenz auf hohem Niveau helfen. Das hat mich motiviert, durch eine langfristige Planung gemeinsam mit Pollmann voranzukommen.

 

Und wie können wir uns die privaten Auswirkungen vorstellen?  

Susan: Wie alle war auch ich vielen Änderungen ausgesetzt: Die Kinder hatten Online-Unterreicht, es gab ein Terminregister für den Krankenhausdienst, weniger Reisemöglichkeiten und man musste überall eine Maske tragen.

David: Ich habe geheiratet und im September haben wir Nachwuchs bekommen. Durch die Lockdowns war es nicht möglich zu reisen und so blieb mehr Zeit für das Familienleben. Deswegen sehe ich die privaten Auswirkungen eher positiv. Leider sind aber Freundschaften zerbrochen. Durch diese genannten Lockdowns haben sich nämlich viele Leute dazu entschieden, in ihre Heimat zurückzukehren.

 

Vor Corona hast du deine Familie in Österreich zwei Mal jährlich besucht David. Anfang des Jahres warst du nun nach längerer Pause erstmal wieder hier. Wie hat sich das angefühlt?

David: Es war natürlich sehr schön, überhaupt weil meine Frau und ich das erste Mal mit unserem Kind angereist sind. Die drei Wochen waren voll mit Besuchen, immerhin habe ich einiges versäumt.

 

Du bist für Pollmann nach China gegangen. Welche Vorteile kannst du dem Leben dort abgewinnen und was vermisst du an Österreich?

David: Privat schätze ich in China die Bestelldienste, die Taxis, die schnell da sind und nur einen Bruchteil kosten und das bargeldlose Bezahlen. Als ich wieder in die Heimat gekommen bin, war es schon eine Umstellung, plötzlich wieder Bargeld zu brauchen. Was ich an Österreich hingegen vermisse, ist die Ruhe und einfach mal abschalten zu können. In China ist das Leben von morgens bis abends hektisch.

 

Positive Zukunftsprognose

Natürlich waren die Jahre seit dem Ausbruch der Pandemie auch aus wirtschaftlicher Sicht eine Herausforderung. Nichtsdestotrotz ist es Pollmann China immer gelungen, die Marktpositionierung sowie die Kundenzufriedenheit auf einem hohen Niveau zu halten. Langfristig wird die Öffnung Chinas eine positive Entwicklung des Automotive-Marktes erwirken, somit ist nicht nur eine Markterholung, sondern auch ein deutliches Wachstum zu erwarten. Auch die Chipkrise dürfte bald vollständig überwunden sein, weshalb Pollmann China äußerst optimistisch in die Zukunft blickt.

 

Aktuell sind rund 400 Mitarbeiter*innen bei Pollmann China beschäftigt.


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