Juli 2026


Es ist nie zu spät für den richtigen Beruf

Ein beruflicher Neuanfang bedeutet nicht, wieder bei null zu beginnen. Vielmehr bietet er die Möglichkeit, vorhandene Erfahrungen neu einzusetzen und den eigenen Interessen zu folgen. Cornelia hat diesen Schritt gewagt: Nach vielen Jahren in der Gastronomie, Hotellerie und im Einzelhandel absolviert sie bei Pollmann eine praxisnahe Ausbildung im Bereich der Betriebslogistik.

Allgemein

Über die Initiative der Frauenberatung Waldviertel („FiT-Frauen in Handwerk und Technik“) ist sie in die Betriebs-Logistikabteilung von Pollmann gelangt. Seit Mai 2026 sammelt sie als Praktikantin umfassende Erfahrungen in der Betriebs-Logistikabteilung. In den kommenden zwei Jahren möchte sie ihren Abschluss in diesem Bereich erreichen und damit beruflich noch einmal eine neue Richtung einschlagen.

Warum im Nachhinein alles einen Sinn ergibt
Ihr bisheriger Berufsweg führte Cornelia durch unterschiedliche Branchen. Sie arbeitete in der Gastronomie, der Hotellerie und im Einzelhandel, häufig in leitenden Positionen. Bereits mit 18 Jahren übernahm sie erstmals Führungsverantwortung. Einen guten Überblick über die Lebensmittelbestände zu haben und der Umgang mit unterschiedlichen Menschen, gehörten damit schon früh zu ihrem Arbeitsalltag. Heute zeigt sich, wie wertvoll diese Erfahrungen auch in einem technischen Industrieunternehmen sind. Denn in der Logistik kommt es genauso darauf an, den Überblick zu behalten, wie Abläufe zu koordinieren sind und letztendlich dafür zu sorgen, dass viele einzelne Schritte zuverlässig ineinandergreifen.

„Ich liebe es, Ordnung und Struktur in komplexe Situationen zu bringen“, erzählt Cornelia. Gerade diese Stärke möchte sie in ihrem neuen Tätigkeitsfeld einsetzen und weiterentwickeln.

Lernen in großen Dimensionen
An der Lagerlogistik bei Pollmann reizt Cornelia besonders die Möglichkeit, in größeren Zusammenhängen zu arbeiten. Material-, Informations- und Produktionsflüsse müssen aufeinander abgestimmt sein. Waren müssen zur richtigen Zeit am richtigen Ort verfügbar sein, Buchungen müssen stimmen und Schnittstellen zuverlässig funktionieren. Die Praxisnähe war für sie ein entscheidender Grund, diesen Ausbildungsweg zu wählen.
„Ich wollte verstehen, wie der Alltag in einer Logistikabteilung wirklich aussieht und nicht nur theoretisch vom Schreibtisch aus lernen“, erklärt sie. Besonders spannend findet sie die Arbeit mit SAP. Was zu Beginn wie eine Vielzahl von Zahlen und Kürzeln wirkt, ergibt mit wachsendem Verständnis ein schlüssiges Gesamtbild. „Es ist eine schöne Lernerfahrung, wenn man erkennt, welche Bedeutung hinter den einzelnen Angaben steckt und wie alles zusammenhängt.“

Vorhandene Kompetenzen neu einsetzen
Auch wenn viele Aufgaben für Cornelia neu sind, profitiert sie täglich von ihrem bisherigen Berufsleben. Empathie, Verantwortungsbewusstsein, Flexibilität und die Fähigkeit, auch in fordernden Situationen den Überblick zu bewahren, lassen sich auf ihr neues Arbeitsumfeld übertragen.

Gleichzeitig erlebt sie einen bewussten Rollenwechsel. Nach mehreren Führungspositionen ist sie nun wieder Lernende. Das sei ungewohnt und manchmal herausfordernd. Als Führungskraft habe sie Prozesse häufig kritisch hinterfragt und optimiert. In der Ausbildung gehe es zunächst darum, bestehende Abläufe von Grund auf kennenzulernen, Vorgaben zu verstehen und neues Fachwissen aufzubauen.

Dabei schätzt Cornelia die Unterstützung ihrer Kolleginnen und Kollegen: „Ich sammle unglaublich viel Praxiserfahrung und freue mich über die vielen hilfsbereiten Menschen.“

Einfach ausprobieren
Frauen, die ebenfalls über einen technischen Beruf oder einen zweiten Bildungsweg nachdenken, möchte Cornelia vor allem eines mitgeben: Der Arbeitsalltag lässt sich rein gedanklich nur schwer beurteilen. Vieles wirke von außen komplizierter, als es tatsächlich sei. Ihr Rat lautet daher, technische Berufsfelder möglichst unvoreingenommen kennenzulernen, praktische Einblicke zu nutzen und sich Zeit für das Verständnis der Prozesse zu geben.

„Man muss nicht vor dem ersten Tag jedes technische Detail verstehen. Entscheidend ist, dass man neugierig bleibt, Fragen stellt und bereit ist, zu lernen.“

Pollmann unterstützt Personen dabei, ihre Fähigkeiten in einem neuen beruflichen Umfeld weiterzuentwickeln. Praxisnahes Lernen, verlässliche Ansprechpersonen und die aktive Mitarbeit im Arbeitsalltag schaffen dafür wichtige Voraussetzungen. Denn wer einen neuen Bildungsweg beginnt, bringt bereits viel mit: Erfahrungen, persönliche Stärken und die Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln.

Cornelia beschreibt ihren Neuanfang übrigens mit drei Worten:
Mut. Offenheit. Ankommen.

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